Rebranding in der Hacker-Szene – Wie sich Cyber-Syndikate neu erfinden

Wer im Cybercrime-Untergrund nach klaren Identitäten sucht, wird schnell enttäuscht. Wir werfen einen Blick darauf, wie und warum Cyber-Banden ihre „Marken“ immer wieder ändern und was das für die Bedrohungslandschaft bedeutet.
Auf einmal ist der Spuk vorbei. Die Website geht offline, Chat-Server verstummen, und die „Wall of Shame“, auf der die Gruppe ihre Opfer bloßstellte, ist offline. Eine Cybercrime-Bande ist von der Bildfläche verschwunden. In Sicherheitsforen beginnt das Rätselraten: Haben die Behörden zugeschlagen? Oder haben sich die Kriminellen mit den erbeuteten Millionen aus den Lösegeldzahlungen zur Ruhe gesetzt?
Ein paar Wochen später taucht jedoch eine neue Website auf. Neues Logo, neuer Name, neues Versprechen. Die nächste kriminelle Cyber-Organisation verkündet stolz ihren Start. Doch Sicherheitsexperten, die den Code der neuen Schadsoftware analysieren, erleben ein Déjà-vu: Er ist zu 95 Prozent identisch mit dem Schadcode jener Gruppe, die vor Kurzem verschwunden ist.
Solche Fälle von Rebranding sind keine Seltenheit. Aus der Ransomware-Gruppe „GandCrab“ ging die Cyberbande „Ransomware Evil“ (Revil) hervor. Aus „DarkSide“ wurde nach dem Angriff auf eine US-amerikanische Öl-Pipeline „BlackMatter“. Und erst 2025 entstand aus „BlackSuit“ die Gruppe „Chaos“.
Die typischen Formen des Cyber-Rebrandings
Um das Rebranding-Phänomen zu verstehen, hilft es, sich die Szene als hochgradig arbeitsteilige Schattenwirtschaft vorzustellen. Es gibt Marktplätze (wie eBay für Illegales), Software-Entwickler, die Schadprogramme vermieten (Malware-as-a-Service), und Dienstleister, die Server zur Verfügung stellen (Bulletproof Hoster).
In diesem Wettbewerb ist ein Markenname zwar wichtig, um Kunden anzulocken, aber er kann unter Umständen auch schnell zur Belastung werden. Wenn das passiert, wird die Identität gewechselt. Und dies geschieht meist in folgenden Formen:
Aus welchen Gründen Bedrohungsakteure ihre Marken aufgeben
Auch wenn Markennamen in der Cybercrime-Szene weniger beständig sind wie in der regulären Wirtschaft, haben sie einen ähnlichen Stellenwert. Eine starke Marke und die damit verbundene Reputation aufzubauen, dauert Jahre. Sie wieder aufzugeben, ist keine leichte Entscheidung. Dahinter stehen meist konkrete strategische Gründe:
Fazit
Wenn eine Cyber-Bande verschwindet, heißt das noch lange nicht, dass der Cyberspace auch ein Stück sicherer geworden ist. Oft handelt es sich lediglich um ein Rebranding – und zwar als kalkulierte Business-Strategie, um Gewinne zu sichern, Sanktionen zu umgehen und das eigene Überleben zu sichern.
Die verschiedenen Rebranding-Strategien sind ein weiterer Beleg für die hohe Professionalität und Kreativität der organisierten Cyberkriminalität. Die Seite der Verteidigung sollte sich davon aber nicht beirren lassen. Mit einer professionellen Cyber-Abwehr lässt sich auch die Hydra zähmen, der für jeden abgeschlagenen Kopf neue Ableger nachwachsen.
Weitere Infos zur 24/7 Überwachung und Schutz der IT-Infrastruktur
Wir beantworten gerne alle Fragen.
Kontaktiere uns über das untenstehende Formular oder auch unter +43 5 9555
und office@techbold.at. Unsere vollständigen Adressdaten findest du hier.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von HubSpot. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen
Evelyn Heinrich
Head of Account Management
oder ein Account Manager aus ihrem Team melden sich umgehend.


