Jedes Unternehmen ist auch ein Tech-Unternehmen

Warum jedes Unternehmen auch ein Technologieunternehmen ist

Technologie ist überall. In der Wäscherei, wo du kontaktlos bezahlst und eine Push-Benachrichtigung bekommst, wenn der Schleudergang beendet ist. Oder bei der Ärztin, wo du deine Termine online vereinbarst und dein digitales Röntgenbild am Monitor betrachtest. Fakt ist: Ohne digitale Technologien kann heute kein Unternehmen sein Angebot mehr effizient herstellen, liefern oder vermarkten.

Insofern ist jedes Unternehmen auch ein Technologieunternehmen, weil Technologie bereits jetzt nahezu jeden Aspekt unseres Lebens berührt. Das erhöht den Druck auf die Unternehmen, ihre Produkte und Services, Prozesse und Kommunikationswege aus Sicht der digitalen Welt zu überdenken. Denn es gibt keine Anzeichen für eine Trendwende. Ganz im Gegenteil – die Corona-Krise beschleunigt das Tempo, in dem neue Technologien die Unternehmenslandschaft transformieren. Und so viel steht fest: Die Gewinner*innen sind jene, die die digitale Revolution mittlerweile als solche erkannt haben.

Trend versus Revolution

Man muss wahrlich nicht jeden Trend mitmachen, den das Technologie-Zeitalter so hervorbringt. Wer nie PokémonGO gespielt hat, hat nichts verpasst. Und die gehypte App, die Gesichtsalterung simuliert, ist zwar ganz witzig aber dennoch verzichtbar. Genauso wenig muss ein Unternehmen seinen Mitarbeiter*innen den Zugang zu einer Achtsamkeits-App bieten, um zukunftsfähig zu sein. Was allerdings wettbewerbsentscheidend sein wird, ist die Fähigkeit, eine Modeerscheinung von einer Revolution zu unterscheiden.

Zugegeben: Das ist nicht immer ganz leicht. Selbst Bill Gates fällt das schwer. 1993 behauptete der Tech-Tycoon und Mitgründer von Microsoft, “das Internet sei nur ein Hype” und ging mit der frappierendsten Fehleinschätzung seit der Flat-Earth-Theorie in die Geschichte ein. Das Gute daran, wenn einer so einem Irrtum zum Opfer fällt, ist aber, dass wir alle daraus lernen können. Und die Lektion lautet: Neue Technologien sind gekommen, um zu bleiben. Daran bleibt heute kein Zweifel mehr.

Der Umbruch hat gerade erst begonnen

Das digitale Geschäftsmodell war noch nie erfolgversprechender als jetzt. Denn während die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise in vielen Unternehmen verheerend ausfallen, wird gleichzeitig eines klar: Der digitalen Transformation verleiht sie einen gewaltigen Schub. Und dabei geht es nicht nur darum, ob wir in Zukunft mehr vom Home Office aus arbeiten oder öfter Videokonferenzen abhalten statt Geschäftsreisen zu machen.

Es geht vielmehr darum, dass sich die Art und Weise, wie wir arbeiten, kommunizieren und leben durch Schlüsseltechnologien noch schneller verändert. Wer auf dem digitalen Auge nicht ganz blind ist, beobachtet das im eigenen Alltag: In immer mehr Restaurants werden keine Speisekarten ausgeteilt, sondern QR-Codes, die den Gästen Zugang zum Menü geben. Keine Schule kommt mehr ohne Homeschooling aus. Und sogar Kunstperformances verlagern sich in den digitalen Raum. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig, die zugrundeliegenden Branchenentwicklungen sind aber überall gleich:

1. Flexibilität wird zum wichtigsten Wettbewerbsfaktor

Dass sich Organisationsformen und Geschäftsmodelle verändern müssen, um zeitgerecht zu bleiben, ist an sich nichts Neues. Die Geschwindigkeit, in der diese Umbrüche heute stattfinden, ist allerdings beispiellos in der Geschichte. Langes Zögern und übermäßiges Misstrauen gegenüber digitalen Technologien hat da keinen Platz mehr. Es ist Zeit für entschlossenes Handeln. Denn wer zu spät reagiert, den bestraft der Markt.

Das lehrt auch das Beispiel vom Kodak-Konzern, der innerhalb kürzester Zeit vom Weltmarktführer zum Sanierungsfall wurde. Mit dem Aufkommen der digitalen Kameratechnik wurde Kodaks Stammgeschäft quasi überflüssig. Doch diese technologische Entwicklung hat der Konzern mit offenen Augen verschlafen. Obwohl Kodak die erste Digitalkamera produziert hat, trieb die Geschäftsführung das Digitalgeschäft nur zögerlich voran, weil sie das angestammte Geschäft nicht gefährden wollte. Ein fataler Fehler. Denn bald war der Rückstand gegenüber dem japanischen Mitbewerb so groß, dass er nicht mehr aufzuholen war. Der Foto-Gigant ging pleite. Und es scheint, als würde sich dieses Schicksal bei so manchem Automobilhersteller wiederholen.

Klar, wer Neues ausprobiert, kann verlieren. Aber wer zögert, hat schon verloren. Bei immer kürzeren Produktlebenszyklen und beschleunigtem digitalen Fortschritt ist es erfolgsentscheidend, Arbeitsweisen und Geschäftsmodelle schnell anpassen zu können. Andernfalls riskiert man, Marktanteile an flinkere Service- und Produktanbieter*innen zu verlieren – und Spitzentalente an attraktivere Arbeitgeber*innen. Um das zu verhindern, muss das technologische Set-up schlank und flexibel genug werden, damit neue Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden können. Das bedeutet, in der Lage zu sein, Lösungen und Infrastrukturen schnell zu entwickeln, um neue Potentiale zu erforschen und dann rasch handeln zu können, sobald sich die Gelegenheit als bedeutend erweist. Vorbei sind die Zeiten des 30-Jahre-Plans. Die schnelllebige Dynamik des heutigen Marktes erfordert Agilität auf allen Ebenen.

2. Digital Natives als neue Zielgruppe

Ihre Bauchtascherl kaufen sie online, ohne Google Maps sind sie orientierungslos, sie haben eine eigene Spotify-Playlist für jeden Anlass und laden alles, was sie essen, auf Instagram hoch. Das ist die Generation der Digital Natives, die ein völlig anderes Konsumverhalten an den Tag legt als ihre Vorgänger-Generationen. Da sie mit digitalen Technologien bereits aufgewachsen sind, kennen sie sich damit bestens aus. Die digitalen Alleskönner*innen nutzen deshalb technologische Anwendungen auch intensiver und intuitiver als Menschen, die erst später in ihrem Leben damit in Berührung gekommen sind.

Das zeigt sich auch in der Art und Weise, wie sie Kaufentscheidungen treffen. Bei größeren Investitionen ziehen Digital Natives deutlich mehr Informationsquellen zur Beurteilung des Angebots heran als noch die Generation davor. Sie sind es gewohnt, vorab Rezensionen zu lesen, Preisvergleiche anzustellen und Produktionsbedingungen zu prüfen. Um diese Zielgruppe vom eigenen Angebot zu überzeugen, müssen die gewünschten Informationen zur Verfügung gestellt werden – und zwar möglichst einfach und unterhaltsam. Denn die Digital Natives sind schnell gelangweilt und generell ziemlich ungeduldig. Man sagt ihnen eine kurze Aufmerksamkeitsspanne nach. Sie begeistern sich zwar schnell für neue Angebote und Technologien, sind aber schwieriger als dauerhafte Konsument*innen zu gewinnen.

Um mit den Erwartungen dieser neuen Zielgruppe Schritt halten zu können, reichen eine lieblose Website und ein Facebook-Post im Monat längst nicht mehr. Dafür braucht es eine konsistente, authentische Onlinepräsenz und ein nahtloses Omnichannel-Markenerlebnis. Und das gilt für Apple genauso wie für Tante Gertis Nähstube. S&P Global sagt dazu, dass jede Branche heute eine Technologiebranche ist. Denn unabhängig von ihrem Unternehmensgegenstand müssen alle Organisationen über leistungsstarke Technologien verfügen, um schnell und effektiv auf die wechselnden Bedürfnisse ihrer Kund*innen eingehen zu können.

3. Neue Arbeitnehmer*innen erwarten einen digitalen Unternehmensfokus

Der wichtigste Zukunftsgarant eines Unternehmens ist eine Kultur, die Spitzentalente anzieht und halten kann. Gleichzeitig berichtet Deloitte,  dass 59 Prozent der Generation Z angeben, dass sie weniger als zwei Jahre bei ihren derzeitigen Arbeitgeber*innen bleiben wollen. Um auf dem angespannten Arbeitsmarkt zu überleben, müssen Unternehmen für die Digital-Affinen attraktiver werden. Und das gelingt nur mit einer Unternehmenskultur, die keine Angst vor neuen Technologien hat. Thrive Global sagt dazu: „Technologie trägt dazu bei, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich Mitarbeiter*innen herausgefordert, motiviert und engagiert fühlen.”

4. Technologie als Wachstumstreiber

Ohne eine kontinuierliche Investition in digitale Technologien stößt das Unternehmenswachstum schnell an eine gläserne Decke. Das heißt aber nicht, dass nur noch Unternehmen mit digitalen Produkten und Services Zuwächse haben werden. Keinesfalls. Für Firmen, die Würstl herstellen oder Häuser bauen, wird eine leistungsstarke IT-Infrastruktur in Zukunft allerdings genauso erfolgsentscheidend sein wie für Google, Facebook und Co. Denn Fakt ist, dass die Digitalisierung längst in allen Unternehmensbereichen Einzug gehalten hat – im Personalmanagement genauso wie in der Kommunikation und in der Buchhaltung.

Innovative Systemlösungen schaffen es beispielsweise schon heute, mithilfe von künstlicher Intelligenz den Zeit- und Kostenaufwand in der Belegverarbeitung um bis zu 50 Prozent zu reduzieren. Das setzt enorme Ressourcen frei, die in Folge für wertschöpfendere Aufgaben verwendet werden können als das Abtippen von Belegdaten – Strategieentwicklung, Kundenmanagement oder auch einfach mal eine Kaffeepause. Wachstumsarbeit eben. Beispiele wie dieses lassen erahnen, wie viel Potential noch in der Digitalisierung und Automatisierung von administrativen Prozessen steckt. Dazu kommt, dass sich die dafür erforderliche IT-Infrastruktur längst nicht nur für Großkonzerne rentiert. Ganz im Gegenteil: Die Effekte von Automatisierungsmaßnahmen sind in klein- und mittelständischen Organisationen oft besonders groß. Denn jeder eingesparte Euro ist dort im Verhältnis zu den Gesamtkosten noch mehr wert als im Großunternehmen.

Ein wettbewerbs- und wachstumsfähiges Unternehmen erfordert also konstante Investitionen in digitale Prozesse und automatisierte Workflows. Gleichzeitig erfüllt die IT keinen Selbstzweck. Es soll ja nicht um Technologisierung der Technologisierung willen gehen, sondern vielmehr um die Frage, welchen Mehrwert sie schaffen kann. Fakt ist nämlich, dass ein schlechter Prozess, der digitalisiert wird, am Ende immer noch schlecht ist. Insofern liegt das Potential der Digitalisierung auch zu einem gewissen Teil darin, Grundsätzliches zu hinterfragen und sicherzustellen, dass die Ressourcen im Unternehmen dort ankommen, wo sie Kundennutzen stiften und Mitarbeiterzufriedenheit schaffen.

Zusammengefasst kann so eine digitale Revolution durchaus einschüchternd wirken. Besonders wenn man dabei auf die traditionelle Art und Weise beharrt, IT-Projekte umzusetzen – nämlich top-down und isoliert von den restlichen Funktionen. Wer allerdings lernt, die IT als strategische Partnerin zu verstehen, hat damit bereits einen wichtigen Grundstein für zukünftige Erfolge gelegt.

Auf der anderen Seite muss die IT verstehen, dass ihre Verantwortung im Unternehmen weit über die Bereitstellung von Reportings und Laptops hinausgeht. Ihre Arbeit spielt in Wahrheit eine wesentliche Rolle für den Erhalt der Überlebensfähigkeit des gesamten Unternehmens. Die IT muss sich als richtungsweisende Visionärin und Beraterin etablieren – und von der Geschäftsführung dafür auch den entsprechenden Raum bekommen. In Umbruchzeiten wie diesen braucht es also vor allem eines: Das Vertrauen in neue Wege und die Menschen, die sie bereiten.


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